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MELANIE ROITHNER

MEDICAL WRITER

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Über mich

Mit beiden Füßen im Leben oder Schritt für Schritt.

Jeden Tag begleiten uns unsere Füße auf neuen (Ab-)Wegen. Fußprobleme gehören in gute Hände. So habe ich mit der 3 jährigen Podologie Ausbildung den Schritt in die unternehmerische Tätigkeit gewagt. Dabei habe ich festgestellt wie vielfältig das Thema ist.

 

Über die Psychologie bis hin zu Krankheiten und deren Auswirkungen auf die Fußgesundheit habe ich mich auch mit Fußgymnastik auseinandergesetzt. Muskulatur will trainiert werden um so eine Operation zu vermeiden. Nach und nach bin ich dann Fachautorin geworden und schreibe mein Wissen für Fachkreise nieder.

 

Einer besonderen Gruppe von erkrankten Kindern der seltenen Erkrankung Epidermolysis Bullosa habe ich viel recherchiert und kann Ihnen nun praktisch helfen. Ich würde mich mit meiner kleinsten Podologie Praxis auch als EB Podologin bezeichnen, da es diese Fachrichtung bisher nur in UK gibt.

Um meine persönliche Richtung zu gehen, laufe ich gern mit meiner Zwergdackeldame LUCY in der Natur über Sandstrände, Flüsse oder Wälder. Dabei vergißt man Zeit und Zahlen. Das New Work unseres Zeitalters verbinde ich mit echtem Erleben der Gegenwart in Kombination mit Arbeit. Schreiben, bewegen, telefonieren, kreativ sein, kochen, Musik hören und mit angenehmen Menschen Umgang haben - das macht für mich eine gute Zeit aus. Achtsamkeit mit dem täglichen tun und der Absicht dahinter. 

podo write

Füße auf Abwegen? Mit Spiraldynamik die podologische Therapie unterstützen Spiraldynamik ist ein anatomisch begründetes Konzept, um neue Sichtweisen der funktionellen Anatomie, Bewegung und Biomechanik des menschlichen Körpers erklärbar zu machen. Als Grundgedanke steckt die Spirale als bioarchitektonischer Grundbaustein dahinter, die überall im Körper allgegenwertig ist, zB. die DNA. Immer mehr Ärzt:innen, Physio- und andere Therapeut:innen arbeiten mit dem spiraldynamischen Konzept und entsprechenden Übungen. Aufbauend auf Dr. Christian Larsens Bestseller „Gut zu Fuß ein Leben lang. Traineren statt operieren“ (Thieme, 5. Auflage 2019) lässt sich ein Fußplaner entwickeln, den Sie in Ihrer Podologie-Praxis nutzen können. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie Sie mithilfe des Buches und Fußplaner für Ihre Patient:innen mit häufigen Fußfehlstellungen oder -beschwerden entwickeln können. Auch zur Diagnostik gibt „Gut zu Fuß ein Leben lang“ wertvolle Tipps. Ein wichtiger Grundbaustein für den Therapieerfolg ist die Förderung der Eigenverantwortung der Patient*innen. Die Kunst des strategischen Vorgehens liegt darin, zu siegen, ohne zu kämpfen. Wie sieht nun die richtige Strategie in der Therapie aus? Die Antwort lautet: individuell, kausal und präventiv. Um moderne Therapie von akuten und chronischen Fußleiden anbieten zu können, steht also die Prävention im Vordergrund. Zitat Hippokrates: Bevor du jemanden heilen möchtest, frag ihn, ob er bereit ist aufzugeben, was ihn krank macht. Neurologische Diagnostik und Therapie – einfache Übungen Reflextraining: „Durch Propriozeption lernt der Muskel und nimmt sich selbst wahr. Reflexe können trainiert werden, sonst wären alle aktiven und passiven Methoden zur Förderung der unwillkürlichen Koordination im Fuß wertlos“, schreibt Dr. Christian Larsen. Lassen Sie die Patienten*innen auf eine wackelige Unterlage, z.B. Wackelbretter, steigen. Die Füße werden sich automatisch den Wackelbewegungen anpassen. Empfehlen Sie ein tägliches, 10-minütiges Gleichgewichtstraining - dadurch wird die Fußmuskulatur innerhalb weniger Wochen kräftiger als je zuvor. Oberflächensensibilität prüfen Zur diagnostischen Feinabstimmung nutzen Sie ein Wattestäbchen. Der*die Patient*in hat die Augen geschlossen und gibt an, wo er die Berührung wahrnimmt. Dokumentiert wird der Bereich der Ferse, der laterale, mediale Fußrand sowie die Großzehe. Bei vermutetem sensiblem Defizit können dieselben Areale mittels Kneifen auf ihre Schmerzsensibilität überprüft werden. Propriozeptives Training: Fersen-Proprio: Mithilfe des Propriomed oder Schaumstoff stellt sich der/die Patient*in eine Minute auf die labile Unterlage und hält das Gleichgewicht. „Dies führt zu Bewegungsausschlägen mit positiver Rückkopplung. Die Stabilität des Sprunggelenks wird reflexartig trainiert. Der Einbeinstand (Flamingo) mit geschlossenen Augen sorgt für ein anspruchsvolles Training“, so Larsen. Cave: Arterielle Fußprobleme Durch welche Befunde lässt sich ein Fußleiden ausschließen? Alarmzeichen hierfür sind die 5 Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Funktionsverlust, Fieber. Schmerzhafte, lokale Schwellung, Atemnot, Brustschmerz Gefäßverschluss, blasse Beinlähmung Amputationsgefahr durch Bagatellverletzung, Immundefizit, Diabetes und neu auftretende Ödeme. Wichtig: Bei länger andauernden Beschwerden bzw. fehlender Besserung sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. (Bitte hier eine Info darüber, was im Falle eines positiven Befundes getan werden sollte. Auf Übungen verzichten, schnell zum Arzt?) Die programmierte Therapie mithilfe des spiraldynamischen Fußplaners Wie funktioniert der spiraldynamische Fußplaner? Wie können Fußbeschwerden gebessert werden? Am besten werden zunächst die 5 W-Fragen beantwortet. Sie bestimmen Priorität, Therapieprinzip, Methodik, Erfolgsparameter und Übungsplan. Für das Heimprogramm jeder Patientin und jedes Patienten können Sie verschiedene Hilfsmittel einsetzen. So lernen die Patient*innen, buchstäblich auf eigenen Füßen zu stehen und zu laufen und Sie werden zum natürlichen Strategieexperten. TIPP: ein Thema pro Sitzung! Jede Lerneinheit stellt einen geschlossenen Lerninhalt dar. Durch den Fußplaner können Sie verbreitete Fuß- und Beinprobleme zu lindern helfen, im Folgenden werden verbreitete Beispiele genannt. Indikation: Venöse Fußprobleme Die Anamnese und Fragen in der Praxis sind unabdinglich, um den Leidensdruck der Patient*in herauszufinden. Schmerzanamnese: Bereich, Art, Dauer, Auslöser, Begleitsymptome und Belastbarkeit wird dokumentiert. „Um die Schmerzbefindlichkeit Ihrer Patienten*innen messen zu können, wurde die visuell analoge Skala (VAS) für Schmerzpatienten entwickelt. Eine visuell analoge Skala kann mit Filzstift und Papier oder dem Computer selbst hergestellt werden. (Bild 10 cm breites Band) Linker 0 - Wert kein Schmerz , rechts maximal möglicher Schmerz“, betont Dr. Christian Larsen. Der Spiraldynamik-Fußplaner für fitte Beine Im Vordergrund steht die Optimierung des venösen Rückflusses durch Medikamente, Kompressionsstrümpfe, Hochlagerung, manuelle Drainage und funktionelles Venentraining. Das bedeutet Gehtraining: Treppe statt Lift, Aufstehen bei Telefonaten, Fußübungen für zwischendurch. Z. B. Turmspringer S106 Bild. (Übungen für fitte Beine s. 88) Vielversprechendes Gehtraining Durch Gehtraining werden die Gefäße trainiert. Nach vier Wochen Gehtraining unter therapeutischer Aufsicht nimmt die Gehstrecke um 200 % zu, mehr als die Hälfte der Probanden wird asymptomatisch. Die Schlüsselstrategie lautet daher: regelmäßiges Gehtraining kombiniert mit Änderungen der Lebensweise: Rauchstopp, Blutdruckbehandlung, Gewichtsreduktion sowie Behandlung genetisch bedingter Krankheiten. Das Gehtraining sollte täglich durchgeführt werden, am besten auf Standardstrecken. Im Gehtagebuch wird das absolvierte Training dokumentiert: Datum, Gehminuten, Beschwerden, Übungen und Medikamente. Anregungen zum Gehtraining finden Sie im Buch ab Seite xxx. BMI Um die bisherigen Beanspruchungen der Füße abschätzen zu können, wird der Body -Mass-Index (BMI) berechnet. Körpergewicht zweimal durch die Körpergröße teilen. Die Norm liegt zwischen 20-25. Der Wert ab 25 zeigt Übergewicht an und ab 30 Adipositas. Die sportliche und berufliche Belastung, sowie Schuh-Stress haben Einfluss auf die Beanspruchung der Füße. Indikation Knickfußdeformität – „Fundament mit Schräglage" „Um den Knickfuß zu diagnostizieren, messen wir den Rückfußwinkel zwischen Kalkaneusachse und Unterschenkelachse. Am besten werden die Achsen vorher eingezeichnet“, schreibt Dr. Larsen. In der Statik werden die Begriffe varus/valgus, in der Dynamik Pronation/Supination verwendet. Ein bogenförmiger Verlauf der Achillessehne ist ein zusätzlicher Hinweis auf eine Knickfußstellung. (Bild S. 92) Ziel sollte beim Rückfußwinkel 0° sein. Also Ferse und Beinachse im Lot. Pathologie Pes valgus: Rückfußwinkel mehr als 10 ° Pes varus: Rückfußwinkel mehr als 10 ° Es können auch die Pronation und Supination in ihrer Rotationsbeweglichkeit um die Fußlängsachse gemessen werden. Oder die Dorsalextension im OSG. Der Anteil der Kinder mit Extensionsdefizit nimmt leider inzwischen epidemische Ausmaße an, warnt Dr. Larsen. Übungen für den Knickfuß-Fußplaner Für die Knickfußtherapie können verschiedene Übungen Abhilfe schaffen. Aber ein Geheimtipp ist die gezielte Kräftigung der Hüftaußenrotatoren. Gerade bei Kindern lässt sich das Prinzip der Muskelhilfe von oben spielerisch einsetzen. Z.B. malen Sie dem Kind zwei Augen auf die Kniescheiben und schon können Sie mit Ihren Patient*innen in die Bewegungsaufgaben einsteigen. Bei Erwachsenen geht es natürlich auch ohne Augen-Zeichnung. Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Koordination von Rück- und Vorfuß. Die aktive Rückfußsupination geht mit einer aktiven Vorfußpronation einher. Aufrichtung im Rückfuß mit gleichzeitigem Bodenkontakt des Großzehengrundgelenks gehören zusammen. Pendeln in der Therapie? Die 3D-Wahrnehmung des Bodengefühls wird durch Pendeln des Körpers von rechts nach links verstärkt. Dies verändert die Druckverteilung im Fuß. Der/die Patient*in erspürt die Auflagefläche mit ihren Belastungspunkten, Fußstellung und blinde Flecken. Um dies zu verdeutlichen, zeichnet der/die Patient*in die Intensität des Auflagedrucks durch verschiedene Farbstifte auf. Dieser intuitive Fußabdruck lässt sich leicht ablesen und interpretieren. Als Heimübung einmal die Woche aufzeichnen lassen. Indikation Senk-Plattfuß Idealerweise beträgt die engste Stelle des Fußes - der sogenannte Isthmus - ein Drittel der Vorfußbreite. Beim Senk-Plattfuß ist der Isthmus verbreitert. „Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung des Plattfußes sind: konstitutionelle Bandlaxizität, muskuläre Insuffizienz, genetische Disposition, Extrembelastung, zu frühes Tragen von Schuhen, Anomalien des Fußskeletts“, schreibt Dr. Larsen. Diagnostik: Was ist die Feiss-Linie? Zwischen Apex und medialem Malleolus und MTP 1 wird die Feiss-Linie eingezeichnet. Sinkt der Tuberositas Ossis navicularis unter die Feiss-Referenzlinie, diagnostizieren wir den Plattfuß. Diese Linie lässt sich ebenso zur Diagnostik von Hohlfüßen einsetzen. Spiraldynamik-Fußplaner: Gewölbeaufbau für Plattfüße Das Therapieprinzip der aktiven 3D-Torsion orientiert sich an der anatomisch - funktionellen Gewölbearchitektur. Wichtigste Voraussetzungen sind Änderungen der Belastungsgewohnheiten und Zeit. Die aktive Verschraubung steht an 1. Stelle. Rückfußsupination und Vorfußpronation sorgen dank funktioneller Verkeilung der Keilbeine für mehr Gewölbestabilität. Zu betonen ist die daraus resultierende Verkürzung in Fußlängsrichtung. Eine geeignete Übung ist der „Fuß-Picasso“ - hier nehmen wir à la Mund- und Fußmaler einen Buntstift zwischen die Zehen und zeichnen ein Bild oder versuchen es zumindest. Indikation Hohlfüße „Der Fuß ist ein elastisches Universal-Fortbewegungsinstrument: Beschleunigen, Bremsen, Abstützen, Federn, Energierückgewinnung, Richtungsänderung, Umwandlung von Muskelkraft in gezielte Bewegung. Der Fuß ist auf seine intrinsische Elastizität angewiesen. Das Stretchmaterial sind Sehnen und Bänder. Erstaunlich ist, dass Sehnen bis zu 8 % ihrer Länge gedehnt werden und Muskeln nur 3 %! Die Sehnen sind die wahren Sprungfedern, nicht die Muskeln“, betont Dr. Larsen. Woran erkennen wir den Hohlfuß? Ein starrer Mittelfuß mit eingeschränkter Beweglichkeit. Die gewichttragende Fläche ist verkleinert, plantare Hyperpression und Drucküberlastungsschäden sind programmiert. Priorität bei der Behandlung des Hohlfußes haben Ausschluss behandelbarer Grundleiden, Tonusregulation, Erhalt der Bewegungsdifferenzierung, Optimierung von Belastungsachsen und Druckverteilung sowie Hilfe zur Selbsthilfe. Z. B. die 2D-Fußspirale (BILD). Zuerst wird das überdrehte Handtuch entschraubt und verlängert sich durch „Loslassen“ wie von selbst in Längsrichtung. Diese Bewegung wird auf den Fuß übertragen: Pronation der Ferse, Vorfuß-Supination mit Beugung der Zehengelenke, Betonung der Qualität „Loslassen“ und Verlängern des Fußes. Indikation Spreizfüße „Der Spreizfuß ist das schmerzhafteste Fußleiden überhaupt.“ (Niethard). Das muss jedoch nicht so sein! Durch Absenkung des Vorfußquergewölbes entstehen chronische Fußleiden. Risikofaktoren für den erworbenen Spreizfuß sind z.B. genetisch disponiert, Beinachsenfehlstellung, Adipositas, Rück - und Mittelfußdeformitäten, unsachgemäßes Schuhwerk und mechanische Langzeitbelastung des Vorfußes. Das Training des Spreizfußes ist in mehreren Schritten aufgebaut. Priorität hat zunächst die Druckentlastung mit fußgymnastischen Übungen und /oder Einlagen. Dann folgt der Gewölbewiederaufbau, die Stabilisation, Kognition und Mobilisation. Zuerst steht die Wahrnehmungsschulung, damit der/die Patient*in daran teilnehmen kann. Das tägliche Üben des C-Bogens ist ein Muss! Dabei mit den Daumen (dorsal) MTP I und V plantarwärts einrollen (die Finger plantar). So entsteht ein flacher, gleichmäßiger C-Bogen. Dabei sollen die fünf Fußknöchel sichtbar werden und keine Krallenzehen entstehen. Eine 3D-Wahrnehmung kann auch durch einen halbierten Tennisball aufgenommen werden. Der Vorfuß stülpt sich wie eine Kuppel über den Ball, Fortgeschrittene können die Halbkugel mit dem Fuß buchstäblich ansaugen. Indikation Hallux valgus - die Abweichung der Großzehe „Beim juvenilen Hallux valgus dominieren genetische Faktoren und beim Erwachsenen die statisch degenerativen Faktoren mit dem typischen Erscheinungsbild der X-Stellung, Ballenbildung und Arthose im Grundgelenk, ein Alter über 50, Knick - oder Spreizfuß, Adipositas, Beinachsenfehlstellung“. Eine Operation ist oft nicht vermeidbar, beispielsweise bei hohem Leidensdruck oder wenn alle konservativen Maßnahmen erfolglos waren. Mit dem Winkelmesser oder Plurimeter kann die Dorsalextension bzw. die Plantarflexion gemessen werden. Die Norm liegt bei 70 - 90° (Plantarflexion 40 - 60 °). Übungen für den Hallux-valgus-Spiraldynamik-Fußplaner Priorität liegt hier in der Eigenmotivation des Patienten. Um die Ferse zu stabilisieren, hilft die Flamingo Übung. Wie der Name schon sagt, wird das Gewicht auf ein Bein verlagert. Bodenkontakt von Zehen und Grundgelenken. Außenrotation des Hüftgelenks, Beckenrotation zur Standseite und Beckenhochstand andere Seite. 30 Sekunden je Seite. Es gibt unzählige Hallux-valgus-Übungen wie die Gangschule oder Mobilisierung (siehe C- Bogen oben). Aber wichtig zu nennen ist das Beinachsentraining. Dabei wird die Achsenstabilität der Knie beim Hinsetzen/Aufstehen überprüft. Die Füße stehen dabei hüftbreit, parallel, Wirbelsäule aufgerichtet. Beim Hinsetzen darauf achten, dass die Kniescheibe orthograd über der Vorfußmitte zeigt (siehe Knickfußtherapie). Ein funktionelles Training mit Kraft ohne Anstrengung bietet ein Hometrainer oder Fahrrad. Es ist auf eine gleichmäßige Druckverteilung auf dem Pedal zu achten. Für Ihre Patient*innen: Ein Gehtagebuch für strukturiertes Training Ein solches Tagebuch trägt zum Therapieerfolg bei, denn es erinnert an die Übungen und gibt ihnen einen gewissen Halt und motiviert. Bitten Sie Ihre Patient*innen einfach bei jeder Behandlung um einen Einblick in das aktuelle Tages- und Wochenprogramm und loben Sie das Einhalten der Vorgaben und jeden sicht- und fühlbaren Fortschritt! Zum Buchautor: Der Schweizer Arzt Dr. Christian Larsen hat (gemeinsam mit der französischen Physiotherapeutin Yolande Deswarte) ab den 70-er Jahren das Konzept der Spiraldynamik entwickelt und leitet das gleichnamige Instituts in Zürich. Er forscht seit Jahrzehnten zur Spiraldynamik und hat zahlreiche Übungen nicht nur für die Füße, sondern für den gesamten Bewegungsapparat entwickelt. Unzählige Ärzte, Physio- und andere Therapeuten wurden im Institut für Spiraldynamik® zu Experten weitergebildet. Korrespondenzadresse: Podologie Melanie Roithner, Herzog - Wilhelm - Straße 97, 38667 Bad Harzburg, www.podologie.land

Ross Fraser-Orthonyxie – auch für Ihre Patient*innen und Sie? Eine besondere Methode zur Nagelkorrektur Ein Name aus Schottland ist in aller Munde: Ross Fraser. Was macht seine besondere Therapie von eingewachsenen Nägeln, dem Unguis incarnatus, mit einer kleinen epoxidbeschichteten Federstahldrahtspange aus? Seit dem Jahr 1962 wird die zweischenklige Nagelkorrekturspange nach Ross Fraser von Podolog*innen angewendet. Die Technik überzeugt mit ihrer Hebelwirkung durch das Omega als Drehpunkt in der Mitte. Wird diese mit der Drahtfasszange minimal aktiviert, tritt die Wirkung am lateralen Nagelrand, auch Sulcusbereich genannt, ein. An dieser Stelle wird ein kleiner Acrylklebepunkt mit Onycholit gesetzt. Die Ross Fraser-Spange ist durch den passgenauen Abdruck individuell anzupassen. Außerdem wird sie nahezu schmerzfrei aufgesetzt. Somit spürt der Patient sie kaum. Voraussetzung für Podolog*innen Eine gute podologische Ausbildung verbunden mit einer ruhigen Führung der Hand sind natürlich Voraussetzungen für das korrekte Setzen der Ross Fraser-Nagelkorrekturspange. Des weiteren benötigen Sie folgende Instrumente und Materialien: Drahtfasszange Schlaufenbiegezange Spangenhalter Drahtschneidezange Spitzrundzange Amboss Rundhammer Von Erkodent: Kneton, Härter, Sitran, Anmischblock... Federstahldraht 0,5 mm stark Mit der Ross Fraser-Technik werden Sie sicherer, je öfter Sie sie angewandt haben.Jeder einzelne Schritt sollte in aller Ruhe ausgeführt werden. Die gute podologische Vorbereitung des Zehennagels ist wichtig und der korrekte, nicht zu kurze Nagelschnitt, damit der Sulcus von Hyperkeratose befreit ist. Ebenso wichtig wie die Kompetenz ist neben der Authentizität die Empathie zu den Patienten*innen. So können Sie sich in jede*n mit dem eigenen Leidensdruck besser hineinempfinden sowie Respekt vor den Füßen bekunden. Emotionale Wärme ist schon darum angebracht, weil die Behandlung nicht immer angenehm ist. Dafür ist es zum Beispiel vorteilhaft, den*die Patient*in in eine bequeme Position zu legen, gegebenenfalls den Raum zu lüften, ein Glas Wasser anzubieten und Blickkontakt zu halten. Für wen eignen sich Ross Fraser-Spangen? Die Ross Fraser-Technik eignet sich bei Zehennägeln, bei denen sich die transversale Wölbung verändert hat. Typische Indikationen sind Unguis convolutus - ein Rollnagel, hat keine Entzündungszeichen Unguis incarnatus - meist schmerzhaft eingewachsene Nägel Unregelmäßig geformte Zehennägel Kontraindikationen: Nägel, die sich in ihrer Konsistenz verändert haben und brüchig sind, wie bei Psoriasis mykotische Nägel, von denen mehr als 1/3 des Nagels befallen ist oder am lateralen Nagelrand Mykose sitzt Onycholyse, partielle Ablösung des Nagels Onychodystrophie Onychauxis Onychogrypose Onychomadesis. - stark entzündetes Gewebe und Nagelbett - Allergien auf Spangenmaterialien oder Klebstoffe - arterielle Durchblutungsstörungen (PaVK) - Neuropathie (Symptom wie Taubheitsgefühl; vom Arzt abklären lassen) schichtweise Aufsplitterung der Nägel parallel zur Oberfläche (Onychoschisis). Wenn keine regelmäßige Regulierung der Spange alle 4 Wochen gewährleistet werden kann, dann sollten Sie bevorzugt eine Klebespange wählen. Diese verbleibt ohne Probleme bis zu 3 Monaten auf dem Nagel. Die Ross Fraser- Spange könnte sich im mehrmonatigen Zeitraum ohne Kontrolle lösen und Verletzungen hervorrufen, daher sollte einmal im Monat eine Kontrolle erfolgen. Weitere beliebte Nagelkorrekturspangen im Überblick Die Nagelkorrekturspange ist seit dem 19. Jahrhundert in Gebrauch. Orthos (griech.) = gerade 18731. Spange erfand Edward Stedman 1960Unilaterale Spange (Einschenklige Spange) 1962Bilaterale Spange (Omega als Drehpunkt, zweischenklige Spange, (Ross Fraser) 1982Erki-Technik (2 Kunststoffhäkchen mit Gummiringen als Mittelteil) 1987BS-Spange (Klebespange) 1990Erkodent Onyclip 2013Naspan-Spange 2015 Orthogrip (3-teilig) und Goldstadt (Firma Ruck) 2020 3TO-loop (sehr reißfest, mit einer Öse) Ende 1980er bis 1991       Entwicklung der VHO-Osthold-Spange durch Fr. Osthold, ab 1991 mit Hr. Sutor (sen.) und Hr. Bittig Januar 1992                   Beginn des Vertriebs der VHO-Osthold-Spange 1993                               Firmengründung der VHO-Osthold-Spange GmbH 2002                               Die ursprüngliche VHO-Osthold-Spange wird zur 3TO-Spange, die Firma heißt jetzt 3TO GmbH (Familie Sutor) (Quelle: 3TO GmbH) Marktführend ist die von Gerlach Technik entwickelte Naspan-Platinium-Spange. Durch Selbstregulation ist kaum ein Nachjustieren nötig. Sie ist ein Medizinprodukt der Klasse 1. Klebespangen wie die Onyfix von Allpresan Podofix oder Unguisan Medical Care Instruments (MCI) Das sind alles wirkungsvolle Methoden, um die Nägel zu korrigieren, ohne zu operieren. Diese halten teilweise bis zu 3 Monaten und müssen erst dann reguliert werden, bzw. neu aufgesetzt werden. Wann ist es höchste Zeit für eine Behandlung? Zitat eines Hausarztes: „Für alle Patienten gilt: nicht warten, bis der schmerzhafte Zeh eitert und blutet. Für Diabetiker gilt besondere Vorsicht wegen des oftmals aufgehobenen Schmerzempfindens. Sobald der eingewachsene Nagel eine Rötung und Schwellung verursacht, empfehle ich Ihnen eine*n Podolog*in aufzusuchen. Dies gilt auch für Patienten mit PAVK. Der frühzeitige Einsatz einer Orthonyxiespange kann oft zu einer Heilung führen und eine OP vermeiden.“ Damit der Erfolg der Spangenbehandlung lang vorhält und ein erneutes Einwachsen von Nägeln vermieden wird, informieren Sie Ihre Patienten bitte über die folgenden typischen Ursachen des Unguis incarnatus: Unpassendes Schuhwerk und zu kleine/kurze Socken (Sneaker Socken, siehe Foto) genetisch bedingt falsches Nagelschneiden Verletzung, Traumata Adipositas Schwangerschaft Zehen- und Fußdeformitäten Gangveränderung Stoffwechselstörung geschlossene Kompressionsstrümpfe Wachstumsstörung (Psoriasis) Medikamente. Wenn man die wichtigsten 5 Entzündungszeichen beachtet – Rubor (Rötung), Calor (Hitze),Tumor (Schwellung), Dolor (Schmerz), Functio laesea (Bewegungseinschränkung) – und der eingewachsene Nagel nicht mehr von Podologen*innen behandelt werden kann, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzt*innen sehr erwünscht. Dadurch kann häufig eine Operation vermieden werden. Vorher erfolgt zunächst ein regelmäßiges Debridement (Wundreinigung) der Fachkraft (Podologe*in, Pflegepersonal; Wundassistenten). Bei vermehrtem Wachstum von Hypergranulationsgewebe (Versuch der Haut die Wunde zu heilen) sollte der Patient unbedingt den Arzt aufsuchen. Der*die Podologe*in führt eine fachgerechte, podologische Behandlung des Zehennagels durch. Diese ist nicht immer schmerzfrei, da Podolog*innen nicht betäuben dürfen; mit Ausnahme der apothekenpflichtigen Emla Salbe - diese wirkt nur bedingt an der Oberfläche und wird eine Stunde vor der Behandlung aufgetragen. Sektorale Heilpraktiker im Beruf der Podologen dürfen neuerdings auch intrakutane Injektionen durchführen, um eine schmerzfreie podologische Behandlung bei einem eingewachsenen Nagel durchzuführen. Nägel richtig schneiden – Patient*innen beraten Meist ist ein seitlicher Nagelsporn die Ursache für eine tiefliegende Entzündung des ganzen Zehennagels. Es darf nicht der Fehler gemacht werden, zu viel vom Nagel wegzuschneiden, wie ich es in meiner Praxis leider häufig sehe. Es ist das Unwissen vom Nagelschnitt durch die Patientin selbst bzw. Angehörige oder Fußpflege bei nicht qualifiziertem Personal! Dazu sollte man sich als Podologe*in immer folgendes Bild vor Augen führen und ich finde, auch alle kosmetischen Fußpfleger*innen sollten in der Ausbildung darauf hingewiesen werden. An der entsprechenden Nagelecke darf NICHTS weggeschnitten werden. DENN genau dort wächst der Nagel wieder ein. Ausnahme ist eine kleine Stelle am Sulcus. Vorne seitlich gelegen darf mit einer sehr scharfen Eckenzange, je nach Bedarf, wenig weggenommen werden. Tamponaden und die Ross Fraser-Spange zusammen verwenden Zum Formen, Ergänzen und Begradigen des seitlichen Nagelrandes sowie zum Abpolstern des Nagels gegen einen entzündeten oder gereizten Nagelwall eignen sich die Sulci-Protektoren ideal. Diese kleinen Vlieseinlagen oder Distanzeinlagen sollten Sie bei der Spangenbehandlung unbedingt verwenden. Der Draht könnte sonst im Sulcus drücken. Die Schienen polstern nicht nur, sondern bewirken, dass der Nagel am freien Rand seine breite Form behält. Wachstumsstörungen, Aufwölbungen des Nagelwalls und Veränderungen des Nagelwalls wird dadurch vorgebeugt. Die Industrie hält auch vorgefertigte Sulci-Protektoren bereit. Diese sollten aber eher vorsichtig angewandt werden, da diese meiner Meinung nach für viele Patient*innen zu hart sind. Eine selbstgefertigte Tamponade bewirkt, wenn mit Fluid (von Gehwol) getränkt, dass der Nagel und Nagelfalz weich gehalten wird. Die Tamponade aus Copoline kann z.B. mit Nagelmasse abgedeckt werden, die dann aushärtet, sodass der Sulciprotektor besser hält. Während der Behandlung entscheidet die*der Podolog*in, welche Tinkturen aufgetragen werden. Wenn der Nagelfalz sehr empfindlich ist, empfehle ich das antiphlogistisch wirksame Prontoman Hydrogel (siehe Webseite: Prontoman/Blog). Den Patienten/innen empfehle ich: „Sie können den Streifen auch selbst wieder neu applizieren, indem sie ihn mit einem spitzen Instrument wieder hineindrücken, oder neu einlegen“. Um den Nagelfalz optimal weich zu halten und starke Verhornungen oder gar Clavi subungiales zu vermeiden, empfehle ich meinen Patienten*innen das Fluid von Gehwol. Es ist ein „Must Have“ in der Orthonyxiebehandung. Wunderbar keratolytisch – Hornhaut lösend – wirkt die Propolislösung - Nachteil: sie färbt bräunlich ein; daher bitte dunkle Socken tragen! Die Verwendung von Jodsalben, die in ihrer Farbe bräunlich sind, hat hingegen einen großen Nachteil! Man sieht dadurch keine beginnenden Entzündungen, wo Sekret oder Exsudat aus der Wunde tritt. Wie pflegt man die Füße mit Nagelspangen richtig, was ist bei Schuhen und Strümpfen zu beachten? Die Regulierungsabstände liegen je nach Nagelwachstum zwischen 3 und 5 Wochen. Das sollten Sie den Patienten auch mitteilen. Der Patient sollte selbst täglich den eingewachsenen Nagel inspizieren, ggf. das Vlies wieder zurückschieben und Fluid auftragen. Auch Fußbäder eignen sich, um den betroffenen Nagel weich zu halten. Tägliches Eincremen der Füße ist selbstverständlich. Zehenteiler aus Polymergel zwischen Digiti I und II zu tragen eignet sich, damit interdigital kein Druck entsteht. Druckvermeidung ist auch das A und O beim Schuhkauf. Am besten einen Schuhgrößenfinder nutzen (Firma RUCK). Oft bemerkte ich, dass zu kurze Socken sogar der Auslöser zum Unguis Incarnatus sind. So hatte ich vor einige rZeit einen Teenager mit einem Hallux Valgus, wegen diesem Problem: eingelaufene Sneaker Söckchen! Was Sie Patient*innen mit Spange mit auf den Weg geben sollten Unmittelbar nach der Behandlung sollten die Patienten über den Behandlungsablauf informiert werden, wie zum Beispiel: alle 4 - 6 Wochen einen Kontrolltermin vereinbaren Eventuell sich endlich neues Schuhwerk zuzulegen. Oder neue Socken :) Auch die Vorteile einer Spange könnte man erläutern: es gibt keinerlei Einschränkungen im Alltag oder beim Sport. Von Patientinnen werde ich oft gefragt: „Kann man damit duschen?“ Die Antwort: „Ja, Sie können alles weiter tun damit, sogar Lackieren ist möglich“.

Stabilität des Gehens stärken, Sturzrisiko vermindern Über das eigene Smartphone lassen sich etliche Gesundheitsdaten abrufen. Nicht nur die Herzfrequenz, die Schrittanzahl oder Cardiofitness, sondern auch die Stabilität des Gehens. Foto: Sylt Emotion 28 Gesundheitsdaten per App PODOLOGIE ∘ 7-8|2022 Für die Praxis GLEICHGEWICHTSÜBUNGEN VERBESSERN DIE STABILITÄT Eine Verbesserung kann nicht abrupt er- reicht werden, sondern durch konstantes Training. Das Stabilitätsniveau wird zum Beispiel durch ein spezialisiertes Training aus Kraft - und Gleichgewichtsübungen gesteigert. Um nicht nur die allgemeine Beweglichkeit zu erhöhen, sondern auch die „Fußkraft“, sind Aktivitäten wie Yoga, Pilates oder Tai Chi sehr sinnvoll. WARUM NIMMT DIE STABILITÄT BEIM GEHEN EIGENTLICH AB? Die Ursache dafür herauszufinden ist schwer festzustellen. Meist liegt es an Me- dikamenten, Verletzungen, Vorerkran- kungen oder Sehverlust, wenn die Stabili- tät schnell abnimmt. Nimmt die Stabilität allerdings über Jahre ab, muss genauer hingeschaut werden. Oft führt es auf un- seren Alterungsprozess zurück, von dem unsere Bewegungsfähigkeit und Kraft ab- hängt. Mit zunehmendem Alter ver- schlechtert sich z. B. der Gleichgewichts- sinn, für den das System im Innenohr zu- ständig ist. Morbus Menière ist beispiels- weise eine Innenohrerkrankung. Falls kei- ne Ursache zu finden ist, sollte unbedingt ärztliche Hilfe zu Rate gezogen werden. Es gibt spezielle Übungen und Therapieplä- ne, die die Hausärzt:in erstellen kann. KRAFTÜBUNG Die Wadenheber-Übung stärkt die Mus- keln im Unterschenkel. Zum besseren Halt verwenden Sie einen Stuhl oder hal- ten sich am Waschbecken fest. Auf die Zehenspitzen stellen und wieder zurück auf die ganze Fußsohle. SICHERHEITSHINWEISE Es gibt noch weitere Möglichkeiten das Sturzrisiko zu senken, außer die Stabilität beim Gehen zu verbessern. Angemessene Kleidung wie feste Schuhe mit flachen Sohlen und enganliegende Hosen sind empfehlenswert. Um das Sturzrisiko zu mindern, sollten gerade ältere Menschen Teppiche mit doppelseitigem Klebeband befestigen oder entfernen. Kleine LED Nachtlichter auf dem Weg in Richtung Bad während der Nacht sind ebenso sehr hilfreich. Wie stabile Haltegriffe neben Dusche und Badewanne und rutsch- hemmende Matten. WIE LÄSST SICH DIE STABILITÄT AM BESTEN EINSCHÄTZEN? Die präziseste Messung erfolgt mit einer Ganganalyse. Eine speziell ausgebildete Person filmt den Probanden aus verschie- denen Winkeln, während er/sie in unter- schiedlichen Geschwindigkeiten geht. Beschwerden beim Gehen? Fußschmer- zen? Unsicherheit beim Laufen? All diese Beschwerden deuten häufig auf eine Fehl- belastung der Füße und muskuläre Dys- balancen hin. Eine von Sportwissen- schaftlern betreute Ganganalyse im Ganglabor geht der Ursache auf den Grund. Empfohlen für alle, die mehr Be- wegungssicherheit wollen. Über die Hälfte des Lebens ist der Mensch, laut Statistik, in Bewegung. Da- bei leisten die Füße wichtige Arbeit. Sie bilden das Fundament für sichere, be- schwerdefreie Bewegungsabläufe. Liegt eine Beeinträchtigung vor, die durch an- geborene oder erworbene Haltungs- schwächen verursacht werden kann, schlägt sich dies auf die Gangart nieder: das Gehen wird zum Problem! Eine Ganganalyse hilft, die Ursachen von Be- schwerden oder Unsicherheiten beim Ge- hen zu erkennen und zu behandeln. Die Ganganalyse ist für alle Arten und zur Prävention von Verletzungen (Sprungge- lenk, Knie, Hüfte, Rücken, Schulter) ge- eignet, da sie die Ursachen für Schmerzen visualisiert und pro-aktive Maßnahmen einleiten kann. Leider werden die Kosten noch nicht von den Krankenkassen über- nommen. Privatpatienten können die Kosten aber im Vorfeld mit ihrer Kran- kenkasse klären. Eine Ganganalyse kostet durchschnittlich zwischen 69 € und 100 €. WIE WIRD EINE GANGANALYSE DURCHGEFÜHRT? Es gibt verschiedene Formen von Gang- analysen, die sich im Laufe der Zeit durch die verbesserte Computertechnologie im- mer weiter verfeinert haben. Kernstück der Ganganalyse ist die visuelle Doku- mentation des Bewegungsablaufes beim Gehen. Sie erfolgt meist auf einem speziel- len Laufband. Dabei wird mit Hilfe einer Kamera das Gehen bzw. Laufen von allen Seiten aufgezeichnet und zwar einmal barfuß und einmal mit Schuhwerk. Die Kamera-Aufzeichnung dauert einige Minuten, wobei der Betroffene auf der Haut an anatomisch wichtigen Stellen mit Kraftübung Wadenheber Seiltänzergang: einen Fuß direkt vor den anderen setzen. Vor und zurück gehen wie auf einem Seil. Fotos: Sylt Emotion Fotos: Sylt Emotion Gesundheitsdaten per App PODOLOGIE ∘ 7-8|2022 29Für die Praxis abwaschbarer Farbe Markierungen erhält, z.B. im Bereich der Achillessehne. Sie die- nen zur Achsenbestimmung und als opti- scher Fixpunkt für die Filmaufzeichnung, die dann digital gespeichert und mit mo- derner Technik ausgelesen wird. In einem weiteren Schritt kann über eine sogenannte Kraftmessplatte oder über elektrische Ableitungen der muskulären Aktivität, dem EMG, die Ganganalyse noch weiter „aufgefächert“ werden, was besonders bei schwierigen und insbeson- dere neurologischen Beeinträchtigungen von großer Wichtigkeit ist. WOZU DIENT DIE BEWEGUNGSANALYSE? Durch die Analyse des Gangs auf dem Laufband erhält man Informationen über: t Schrittlänge t Schrittfrequenz t Gehgeschwindigkeit t Gelenkwinkel bzw. die auf die Ge- lenke einwirkenden Kräfte t Muskelaktivität t Energieverbrauch Erkennung von Verletzungen wie Bän- derrissen, die sich im Röntgenbild nicht immer gut darstellen lassen. Fehlbelas- tungen können durch orthopädisches Schuhwerk ausgeglichen werden. Identi- fizierung von Gelenksentzündungen und übermäßigem Gelenkverschleiß am Sprunggelenk (Arthrose). WAS SAGT EIN ASYMMETRISCHER GANG AUS? Ist das Gangbild gesund, ist die Schritt- dauer bei jedem Fuß ähnlich. Wenn der Gang jedoch asymmetrisch ist, wird ein Fuß prozentual langsamer oder schneller als der andere Fuß belastet. Je niedriger also der Prozentwert für die Asymmetrie ist, desto gesünder ist das Gangbild. Un- gleichmäßige Gangbilder wie das Hin- ken, können ein Hinweis auf Verletzun- gen, Krankheiten oder andere gesund- heitliche Probleme sein. Um ein gleich- mäßiges Gangbild zu erreichen, ist Physiotherapie das Ziel. Aber auch Podo- log:innen können dazu beitragen, Ihren Patient:innen zu einem gesünderen Gang zu verhelfen. Eine kleine Gehschule, ein geschulter Blick auf Gangart und Schuh- werk sowie Anleitung zu speziellen fuß- gymnastischen Übungen sind extrem weiterführend. DIE BIPEDALE ABSTÜTZUNGSDAUER Das ist der Moment beim Gehen, in der beide Füße gleichzeitig Kontakt zum Bo- den haben. Je niedriger der Wert, umso mehr ruht das Gewicht beim Gehen pro- zentual länger auf einem Fuß als auf bei- den Füßen, was ein Zeichen für ein bes- seres Gleichgewicht sein kann. Norma- lerweise liegt der Wert beim Gehen zwi- schen 20 % und 40 %. Das Gehen erfordert Kraft und Koordi- nation. Wenn einer dieser beiden Fakto- ren geändert wird, hat dies Einfluss auf das Gleichgewicht und die Dauer, in der beide Füße Bodenkontakt haben. Die bipedale Abstützungsdauer variiert abhängig davon, auf welchem Unter- grund man läuft oder wie schnell und er- höht sich mit zunehmenden Alter. GANGSTÖRUNG VERSCHIEDENER AUSMASSE Für die interdisziplinäre Zusammenar- beit mit Ärzt:innen ist es für Podolog:in- nen wichtig, Fachwörter zu verwenden. Daher noch einige erklärende Fachwörter über den Gang. t Spastisch, ataktischer Gang: Ver- krampfung der unteren Extremitä- tenmuskulatur mit teilweisem Zu- sammenziehen in den Fuß-, Knie- und Hüftgelenken. t Zerebellarer Gang: Unsicherer, tau- melnder Gang, bedingt durch eine beidseitige Erkrankung des Klein- hirns. Bei einseitiger Schädigung konzentriert sich die Abweichung auf die erkrankte Seite. t Paretischer Gang: Diese variable Gangstörung ist abhängig vom jewei- ligen Ausfall der Funktion der Bein- muskulatur. Auslöser ist eine schlaffe Lähmung. t Paraparetischer Gang: Erkennbar durch schleppende, langsame und schleifende Fortbewegung der Füße. t Seemannsgang - ataktischer Gang: Breitbeiniger, unsicherer Gang mit übertriebenen Bewegungen und un- sanftem Aufsetzen der Füße. Die Ko- ordination und das Gleichgewicht sind gestört. Melanie Roithner